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Spiel-Zeug
statt Schnaps
Die
Geburt des fischertechnik-Baukastensystems
Der
Generaldirektor des Deutschen Museums in München, Prof. Wolf Peter
Fehlhammer, spricht vom "Synonym für Freude", und die Erfindergalerie
des Deutschen Patentamts nennt es einen "heißen Tip für jung und
alt". Gemeint ist fischertechnik - das Konstruktionsbaukastensystem.
Weltweit fast 20.000 Mitglieder im fischertechnik-Fanclub, Ausstellungen
in Haifa und Moskau, Wien und Shanghai, die Nutzung für Industriemodelle
und im Unterricht - das alles sind Beispiele für die internationale
Anerkennung, die das Spiel-Zeug bei Kindern und Erwachsenen gefunden
hat.
Die "Geburtsstunde" der ersten fischertechnik-Baukästen schlug Ende
1965, aber bereits im Jahr zuvor hatte Artur Fischer die Bausteine
erfunden: Schon damals als Dübelhersteller weltbekannt, wollte der
Chef der fischerwerke seinen Kunden und Geschäftsfreunden nicht
immer bloß Kugelschreiber, Schwarzwälder Kirsch oder Schinken zu
Weihnachten schenken. Etwas pfiffiger sollte es sein - und etwas
für Kinder!
In einer Firmenchronik, die Ende der 60er Jahre erschien, steht
zu lesen: "Der eigene Werkzeugbau, die Kunststoffverarbeitung und
die Leistungsfähigkeit als feinmechanisches Unternehmen schaffen
die Voraussetzung, daß 1964 ein drittes Produktionsprogramm (neben
Blitzlichtgeräten und Dübeln - Anm. d. Red.) vorbereitet werden
kann: ein technischer Lehr- und Modellbaukasten für die Jugend."
Der Baukasten, so heißt es weiter, sei wie jedes andere fischer-Erzeugnis
jener Zeit, "ohne Vorbild und Beispiel".
Ausgangspunkt war eine Art Befestigungselement aus Kunststoff -
anbaubar (das war das Neuartige!) an allen sechs Seiten. fischertechnik
erlebte seine offizielle Premiere im Rahmen einer Sonderaktion des
Deutschen Fernsehens zum Weihnachtsfest 1965: Artur Fischer hatte
die ersten 1 000 Baukästen fertigstellen lassen und der "Aktion
Sorgenkind" gespendet.
Im darauffolgenden Frühjahr wurde das Baukastensystem dem Spielwarenhandel
vorgestellt - und damit begann der "Siegeszug": Noch im selben Jahr
würdigte der stellvertretende französische Industrieminister fischertechnik
als "Bestes Spielzeug 1966" in Frankreich. Bei der Spielwarenmesse
1967 in Nürnberg war fischertechnik auf Anhieb ein internationaler
Erfolg. 1970 folgte in Frankreich der "Oscar du Jouet", 1976 wurde
fischertechnik zum "Spiel des Jahres" in Holland erklärt, 1976 erhielt
Artur Fischer für sein Engagement im Bereich Bildung und Erziehung
die Ehrendoktorwürde der Universität Gießen.
Die Bedeutung von fischertechnik konnte nur entstehen und ausgebaut
werden, weil das System permanent den neuesten Stand der Technik
widerspiegelte. Nachdem es zuerst nur einige Bausteine und Zahnräder
gegeben hatte, kamen schnell Motoren, diverse Getriebe, Statik-Elemente,
elektro-mechanische, pneumatische und elektronische Bauteile hinzu.
Früh schon wurde der PC einbezogen - und heute reicht das Angebot
bis hin zu den aktuellen Themen Bionic (Biology in Technic) und
Solartechnik.
Text:
fischertechnik Pressetext
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